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Koch, Susanne Juliette
 
Koch, Susanne Juliette
Angewandte Kunst/Keramikerin, GEDOK Hamburg
Fon:
Mobil:
Email:
 
 
 
 
 
Vita
 
1957
1977 - 1978
1978 - 1982

Seit 1982
1994 – 2002
seit 2006
 
in Hamburg geboren
Praktikum bei Brigitte Enders, Hamburg
Kunststudium am College of Art and Design in Farnham und
Bath Academy of Art
Eigene Werkstatt
Zusammenarbeit mit dem Glaskünstler Hartmann Greb
Zusammenarbeit mit Barbara Hast
 
 
 
Ausstellungen
 
Seit 1982
 
Einzelausstellungen und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland
 
 
 
Auszeichnungen
 
1998
2005
2007
 
Hamburg ADK-GEDOK: Das beste Einzelstück
2. Preis der Stadtsparkasse Hanau zur Themenausstellung Licht und Schatten
GEDOK Form ART 2007, Klaus Oschmann Preis, Barbara Hast / Susanne Koch
 
 
 
Lehrtätigkeit
 
seit 2003
2005 - 2007
seit 2007
 
Lehrauftrag Universität Flensburg, Institut für Kunst und Ästhetik;
Schleswig, Berufsbildende Schule, Kunstunterricht
Rendsburg, Berufliche Schule, Kunstunterricht
 
 
 
Statement zur Arbeit von Barbara Hast und Susanne Koch
 
 
Nüshu ist die einzige geschlechtsspezifische Schriftsprache, die je auf der Welt entwickelt wurde, fast in Vergessenheit geriet und heute von Sprachwissenschaftlern erforscht und bewahrt wird. Diese „geheime Schrift“, die Teil einer außergewöhnlichen Kultur der Gesangs- und Dichtkunst ist, entstand in einem kleinen Gebiet in der Provinz Hunan im Südwesten Chinas. Nüshu wurde nur von Frauen weiter gegeben. Das Alter dieser zierlichen, lang gezogenen und kursiv gestellten Schrift, wird mit etwa 300 bis 500 Jahren angegeben.
Die Nüshuschrift ist mit dem Brauchtum der “Schwurschwestern“ eng verknüpft. Schwurschwestern wurden von den Müttern für ihre Töchter im Alter von 7 Jahren - wenn ihre Füße gebunden wurden - im Dorf gesucht. Die Mütter halfen ihnen Schwurschwesternschaften zu bilden. Die Mädchen lernten gemeinsam Nüshu, schrieben gemeinsam Tagebuch und bereiteten zusammen ihre so genannten “Hochzeitsbücher des dritten Tages“ für ihre Freundinnen vor, die mit siebzehn verheiratet wurden. Nach der Hochzeit löste sich die Schwesternschaft auf.
Eine weitere Form in der Mädchen eine lebenslange Verbindung eingegangen sind hieß Laotong-Weggefährtin. Mit dem Beginn des Füßebindens suchte die Mutter eine Heiratsvermittlerin, nicht um einen passenden Mann zu finden, sondern um nach einem Mädchen in einem anderem Dorf zu suchen. Die Mädchen wurden nach besonderen Kriterien ausgewählt. Wenn eine Kandidatin gefunden wurde, brachte man die Mädchen zusammen, um einen Vertrag zu unterschreiben. Sie waren damit lebenslange Weggefährtinnen, die häufig fast ausschließlich durch Briefkontakte ihre Wege begleiteten.

Wir haben uns mit der Aufgabenstellung der GEDOK Hamburg, zu dem Thema Nüshu zu arbeiten, schnell als Weggefährtinnen gefunden. Es war unsere Interpretation des Themas. Ähnlich wie in der vorgelebten Tradition von Nüshu kannten wir uns kaum. Der Reiz uns zusammenzutun lag darin, dass wir unsere Arbeiten gegenseitig schätzen. Anfänglich haben wie uns an das Vorbild der Briefe, die zwischen den Weggefährtinnen hin und her gingen gehalten. So haben wir uns jeweils eine Arbeit geschickt, die von der Anderen dann beantwortet wurde. Im Laufe der Zeit haben wir dann angefangene Arbeiten aneinander weitergegeben, um sie abzuschließen. Beides sind spannende Wege um sich mit sich selbst und dem Gegenüber auseinander zu setzen. Zuarbeiten, versuchen eine Botschaft zu vermitteln, ein Gefühl auszudrücken, die Botschaft zu lesen, und eine Antwort zu finden. Wir haben bis zu der Ausstellung der GEDOK keine Worte gewechselt über unsere Arbeiten, um bewusst im bildlichen Austausch bleiben zu können. Es ist eine spannende Herausforderung, im Kontakt miteinander zu arbeiten - als Weggefährtinnen.